Warum Agrarökologie zentral für Ernährungssouveränität, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit ist.

Agrarökologie politisch verankern

Das Positionspapier „Mit Agrarökologie in die Zukunft“ fordert eine politische Neuausrichtung der Agrar- und Ernährungspolitik. Agrarökologie ist ein Schlüssel für Ernährungssouveränität, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit – menschenrechtsbasiert, partizipativ und zukunftsfähig.

Position
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Mit Agrarökologie in die Zukunft

Das Positionspapier fordert Agrarökologie als politisch verbindlichen Ansatz für eine sozial gerechte, klima- und biodiversitätsfreundliche Transformation von Landwirtschaft und Ernährung auf nationaler und internationaler Ebene.

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Autor*in
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Tomasz Lachmann
Ernährungsrat Hannover
Veröffentlicht am
16.01.2026
Zuletzt aktualisiert
16.01.2026

Agrarökologie ist mehr als eine nachhaltige Anbaumethode. Sie verbindet ökologische Prinzipien mit sozialer Gerechtigkeit, demokratischer Teilhabe und dem Recht auf Nahrung. Das von zahlreichen zivilgesellschaftlichen Organisationen mitgezeichnete Positionspapier „Mit Agrarökologie in die Zukunft“ fordert deshalb eine klare politische Neuausrichtung der Agrar- und Ernährungspolitik.

© Eva-Maria Minarsch, JLU Gießen

Im Zentrum steht die Erkenntnis: Hunger ist kein Schicksal, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen. Industrielle, exportorientierte Landwirtschaftssysteme schaffen Abhängigkeiten, verschärfen Armut und zerstören ökologische Grundlagen. Agrarökologie setzt dem ein anderes Modell entgegen – lokal verankert, wissensbasiert, resilient und partizipativ.

Wir fordern von der Bundesregierung unter anderem, Agrarökologie als Leitbild in nationalen und internationalen Strategien zu verankern, Fördermittel gezielt umzusteuern, zivilgesellschaftliche Beteiligung zu stärken und das Recht auf Nahrung konsequent umzusetzen. Agrarökologie ist ein Schlüssel für eine sozial gerechte und ökologische Ernährungswende – auch und gerade in politisch herausfordernden Zeiten.

Kernforderungen an das BMZ (Kurzfassung)

  • Runden Tisch Agrarökologie als zentrale, ressortübergreifende Plattform dauerhaft stärken und weiterentwickeln.
  • Internationales Engagement in der Agroecology Coalition fortführen, politisch absichern und finanziell ausbauen.
  • Zivilgesellschaftliche Beteiligung systematisch sichern, insbesondere durch die Stärkung von Basisorganisationen (z. B. AFSA).
  • Wissenszentren für ökologischen Landbau und Agrarökologie weiterführen, ausbauen und langfristig absichern.
  • Substantielle Partizipation der Zivilgesellschaft bei Projekten wie APCNF verbindlich sicherstellen – in Konzeption und Umsetzung.
  • Agrarökologie als zentrales Förderkonzept für Klimaanpassung, Biodiversität, Klimaschutz und Bodengesundheit festschreiben.
  • Eigenes Förderprogramm „Agrarökologie und Gendergerechtigkeit“ etablieren und gezielt Frauen, Jugend und marginalisierte Gruppen fördern.
  • Kooperation mit nachhaltigen kleinen und mittleren Unternehmen aus dem ökologischen und agrarökologischen Bereich ausbauen – unter Einhaltung von Lieferkettengesetz und OECD-Leitlinien.

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