Ernährungsräte bringen Menschen aus Zivilgesellschaft, Landwirtschaft, Politik, Verwaltung, Bildung und Wirtschaft an einen Tisch – für gerechte, gesunde und nachhaltige Ernährungssysteme vor Ort. Sie entwickeln Lösungen für die Praxis, stoßen politische Veränderungen an und machen sich stark für gutes Essen für alle.

Regionale Ernährungssysteme stehen vor zahlreichen Herausforderungen. Viele dieser Probleme sind vor allem eine Frage kommunaler bzw. regionaler Zusammenarbeit – dort, wo Ernährungsräte ansetzen.
Ernährung betrifft viele Politikfelder – von Gesundheit über Klima bis Wirtschaft. Zuständigkeiten sind dabei häufig verteilt, nicht immer eindeutig geregelt oder nur begrenzt aufeinander abgestimmt. Das erfordert Akteure, die verbinden, übersetzen und Brücken bauen.
Kommunale Akteur*innen arbeiten an vielen Stellen bereits an Lösungen für eine nachhaltige Ernährung. Um dieses Wissen stärker miteinander zu verknüpfen und strategisch nutzbar zu machen, braucht es zusätzliche Austausch- und Abstimmungsformate.
Obwohl Ernährung viele zentrale Politikfelder berührt, fehlt es oft an übergreifenden Strategien. Ernährungsräte tragen dazu bei, Ernährung als Querschnittsthema systematisch in politische Entscheidungsprozesse einzubringen.
Fragen des Zugangs zu guter Ernährung berühren soziale, wirtschaftliche und infrastrukturelle Themen zugleich. Ernährungsräte schaffen Räume, um diese Perspektiven gemeinsam zu bearbeiten und Lösungsansätze zu entwickeln.
Akteur:innen entlang der gesamten Ernährungskette stehen unter wachsendem Veränderungsdruck – ökologisch, ökonomisch und sozial. Diese Transformation erfordert Austausch, Verständigung und gemeinsame Zielbilder. Ernährungsräte bieten dafür einen strukturierten Rahmen.
Viele Akteur:innen möchten Ernährung aktiv mitgestalten. Gleichzeitig fehlen oft dauerhafte Formate für Austausch, Beteiligung und gemeinsame Reflexion. Ernährungsräte schließen diese Lücke.
Vernetzen: Sie bringen Akteur*innen entlang der gesamten Wertschöpfungsskette zusammen – von Erzeugung bis Verbrauch.
Beteiligen: Sie fördern Dialog und Beteiligung, etwa durch Workshops, Foren oder öffentliche Veranstaltungen.
Gestalten: Sie stoßen kommunale Strategien, Projekte und Maßnahmen an.
Beraten: Sie entwickeln Empfehlungen für Politik und Verwaltung.
Ernährungsräte entstehen aus lokalen Initiativen. Sie greifen Themen auf, die vor Ort relevant sind, und bauen auf bestehendem Engagement in Zivilgesellschaft, Verwaltung, Politik und Praxis auf. So entwickeln sie sich aus konkreten Bedarfen heraus – nicht nach einem festen Schema.
Ernährungsräte arbeiten mit den jeweiligen regionalen Rahmenbedingungen: politischen Zuständigkeiten, Versorgungsstrukturen, sozialen Herausforderungen und vorhandenen Akteuren. Ihre Vielfalt an Organisationsformen und Arbeitsweisen ermöglicht passgenaue Lösungen statt einheitlicher Modelle.
Was Ernährungsräte verbindet, ist das gemeinsame Ziel, Ernährungssysteme sozial gerecht, ökologisch tragfähig und demokratisch mitzugestalten. Durch Austausch, Bündelung von Erfahrungen und Anbindung an politische Prozesse entfalten sie Wirkung – lokal verankert und überregional anschlussfähig.
Hier teilen wir Einblicke aus der Praxis, politische Positionen, Stimmen aus den Ernährungsräten und Impulse für die Ernährungswende. Unsere Beiträge zeigen, wie vielfältig das Engagement im Netzwerk ist – lokal, bundesweit und darüber hinaus.
Stimmen aus dem Netzwerk

„Ich freue mich, dass wir uns im Netzwerk so gut austauschen, voneinander lernen und gemeinsam etwas bewegen können. Es motiviert, zu sehen, wie viele engagierte Menschen wirklich etwas verändern!“

„Der Staat ist verpflichtet, Beteiligung im Sinne des Rechts auf Nahrung zu ermöglichen. Wenn wir ihn in die Verantwortung nehmen, kann sich wirklich etwas bewegen.“

„Wir müssen als Gesellschaft die Stimmen der Bürger*innen in die Politik tragen – damit dort die richtigen Weichen gestellt werden.“

„Ich wünsche mir, dass alle Ernährungsräte die Empfehlungen des Bürgerrats Ernährung im Wandel in ihre Kommunen tragen – und ihre Verwaltungen und Politiker vor Ort fragen: Was macht ihr damit? Wie setzt ihr sie um?“
Eure Initiative engagiert sich als Ernährungsrat auf regionaler oder Landesebene? Dann werdet Mitglied im Bundesnetzwerk der Ernährungsräte! Gemeinsam vertreten wir die Interessen der Zivilgesellschaft, schaffen Sichtbarkeit und bringen die Ernährungswende voran – lokal verankert, bundesweit vernetzt.